BEIJING, 14. August 2026 /PRNewswire/ -- Der Internationale Kongress für Grundlagenforschung 2026 (ICBS 2026) wurde am 9. August in Beijing eröffnet. An der Veranstaltung nahmen vier Fields-Medaillengewinner – Shing-Tung Yau, Maxim Kontsevich, Martin Hairer und Caucher Birkar – sowie der Turing-Preisträger Robert Tarjan und Li Luming, Präsident der Tsinghua University, teil. Mehr als 80 Preisträger des Shaw-Preises, des Wolf-Preises und der Dirac-Medaille, rund 400 international anerkannte Wissenschaftler/innen sowie mehr als 800 Forscher/innen und Studierende aus über 30 Ländern und Regionen kamen zu dieser Leitveranstaltung zusammen.
Im Namen der Tsinghua University begrüßte Li Luming die chinesischen und internationalen Wissenschaftler/innen, die an der Veranstaltung teilnahmen, und betonte die wichtige Rolle, die führende Forschungsuniversitäten bei der Förderung der Grundlagenforschung im Zeitalter der KI spielen sollten. In den letzten Jahren hat die Tsinghua University ihr Engagement für die Grundlagenwissenschaften vertieft, indem sie ihre Investitionen erhöht, Forscher/innen von Weltklasse gewonnen, KI zur Beschleunigung wissenschaftlicher Entdeckungen genutzt und ihre Kapazitäten zur eigenständigen Talentförderung ausgebaut hat. Mit Blick auf die Zukunft wird die Tsinghua University ihre Fähigkeiten zur originären Innovation stärken, zukünftige Talente für die Grundlagenforschung fördern und einen größeren Beitrag zur Erweiterung der Grenzen des menschlichen Wissens und zum Fortschritt der menschlichen Zivilisation leisten.
In seiner Ansprache wies ICBS-Präsident Yau darauf hin, dass China seine Unterstützung für die Grundlagenforschung durch erhöhte Mittelzuweisungen, politische Initiativen, Talentförderung und Investitionen in die Forschungsinfrastruktur ausgebaut habe. Zwar kann KI mathematische Schlussfolgerungen und den Beweis von Theoremen dramatisch beschleunigen, doch ersetzt sie nicht die menschliche Fähigkeit zu Kreativität, Intuition und dem zeitlosen Streben nach Antworten auf Fragen, deren Lösungen noch unbekannt sind. Große Fortschritte in der Grundlagenforschung entstehen stets an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen und durch die Bereitschaft, sich auf Neuland zu begeben.
Im Rahmen der Zeremonie wurden zwei bedeutende Auszeichnungen verliehen: die ICBS-Medaille und der Frontiers of Science Award.
Neun Wissenschaftler/innen erhielten die erstmals verliehene ICBS-Medaille für Beiträge aus den Bereichen Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften: Claire Voisin, Horng-Tzer Yau, Shouwu Zhang, Andrea J. Liu, Yifang Wang, Xiao-gang Wen, Zhenan Bao, Xiaowei Zhuang und Feng Zhang. Vier der diesjährigen Medaillengewinner sind Frauen.
Mit dem Frontiers of Science Award wurden 111 hochkarätige, originelle Forschungsarbeiten aus mehr als 20 Ländern und Regionen gewürdigt. Neunzehn der ausgezeichneten Arbeiten stammen von Forscher/innen aus 17 chinesischen Einrichtungen, darunter zwei Arbeiten, an denen fünf Wissenschaftler/innen der Tsinghua University beteiligt waren und die Bereiche wie geometrische Analysis, Quantentheorie, große KI-Modelle und Computer Vision abdecken.
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen für eine eindringliche Warnung vor der Gefährdung der Demokratie genutzt. In seiner voraussichtlich letzten großen Rede zu diesem Anlass sprach er von einer angefochtenen demokratischen Ordnung und mahnte, radikale Kräfte entschieden abzuwehren. Angesichts wachsender Erfolge populistischer und extremistischer Parteien sieht Steinmeier nicht nur Freiheit und Demokratie, sondern auch die innere Einheit des Landes unter Druck.
Steinmeier verwies darauf, dass inzwischen „ein Viertel und mehr“ der Wähler mit ihrer Entscheidung deutlich machten, dass sie sich von wichtigen Grundentscheidungen der Bundesrepublik abwenden. Diese Entwicklung werde begleitet von „unerträglicher politischer Demagogie“, in der Menschen verhöhnt und bedroht würden. Die Diskreditierung demokratischer Verfahren, die Radikalisierung der Öffentlichkeit und die Diffamierung des Kompromisses seien Warnsignale, die man nicht ignorieren dürfe. Populistische Parteien aller Couleur destabilisierten die parlamentarische Demokratie, sagte er.
Deutliche Kritik übte der Bundespräsident an der Rolle der sozialen Medien. Eine „Flut der Manipulationen und der Lügen“ trage zur „schrillen Emotionalisierung“ des politischen Diskurses bei und befeuere extremistische Tendenzen. Steinmeier forderte, die demokratische Streitkultur zu verteidigen und den Kompromiss wieder als Stärke zu begreifen. Ob die Demokratie in Deutschland einer Entwicklung ähnlich der Weimarer Republik entgegengehe, sei nicht entschieden – man habe es „in der Hand“.
Zugleich erinnerte Steinmeier an die historischen Grundlagen des Feiertags. Vor 36 Jahren sei mit der deutschen Wiedervereinigung eine „tiefe Wunde“ geheilt worden, die das Land zuvor über Jahrzehnte in einem „unnatürlichen Zustand der inneren Spaltung“ gehalten habe. Der Tag der Deutschen Einheit sei Anlass, die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland und ihre Protagonisten im Gedächtnis zu behalten. Die Errungenschaften der Einheit dürften von aktuellen Krisen nicht überdeckt werden, mahnte Steinmeier, und rief die Bürger dazu auf, sich aktiv für die liberale Demokratie einzusetzen. Er zeigte sich überzeugt, dass diese den aktuellen Belastungen standhalten könne: „Wir sind so viel stärker, als wir glauben.“