MANNHEIM, Deutschland, 24. August 2026 /PRNewswire/ -- Corinex hat den Grid Intelligence Node (GIN) vorgestellt. Die Lösung ermöglicht Messungen und Ereigniserkennung nahezu in Echtzeit an Niederspannungsabgängen.
GIN liefert hochpräzise Einblicke in den tatsächlichen Netzzustand und schafft damit eine belastbare Datengrundlage. Sie hilft Verteilnetzbetreibern, Engpässe zu erkennen, verfügbare Kapazitäten zu bewerten und zu überprüfen, ob Netzmaßnahmen die beabsichtigte Wirkung erzielt haben.

Von Abgangsdaten zu nutzbarer Netzintelligenz
GIN kombiniert leistungsfähige Breitband-Powerline-Kommunikation mit integrierter Strom- und Spannungsmessung sowie Netzqualitätsüberwachung. In Ortsnetzstationen, Kabelverteilerschränken und Abzweigen installiert, liefert GIN Netzbetreibern ein genaueres Bild von Auslastung und Betriebszustand im Niederspannungsnetz.
„Die Elektrifizierung stellt neue Anforderungen an Niederspannungsnetze. Vielen Netzbetreibern fehlen jedoch die Informationen, um zu erkennen oder vorherzusagen, wo sich Engpässe abzeichnen", erklärt Sam Shi, Chief Technology Officer bei Corinex. „GIN zeigt dem Verteilnetzbetreiber, wann, wo und in welchem Umfang eine Steuerung erforderlich ist. Es liefert die belastbare Datengrundlage für einen gezielten Eingriff."
Die wichtigsten technischen Funktionen umfassen:
GIN verbindet hochpräzise Messtechnik für Ortsnetzstationen mit BPL-Kommunikation. Dadurch lassen sich Messwerte auf Abgangsebene und Daten zur Netzqualität über das bestehende Niederspannungsnetz übertragen. Die Überwachung bis zur 51. Oberschwingung sowie die Erkennung von Spannungseinbrüchen, Spannungsüberhöhungen, Überlast und Phasenunsymmetrie helfen Netzbetreibern, betriebliche Auffälligkeiten dort zu erkennen, wo sie entstehen, und die Wirkung von Netzmaßnahmen zu überprüfen.
Präzisere digitale Zwillinge durch reale Netzdaten
Messdaten des GIN können direkt in Corinex Plexigrid Intelligence einfließen und nahezu in Echtzeit erfasste Felddaten mit fortschrittlicher Netzmodellierung und -optimierung verknüpfen.
Corinex-Technologie erfasst den Zustand des physischen Netzes, während Corinex Plexigrid Intelligence das Netz rekonstruiert, modelliert und optimiert. Gemeinsam stellen die integrierten Lösungen Verteilnetzbetreibern ein digitales Abbild bereit, das die tatsächlichen Auslastungs-, Spannungs- und Netzqualitätsverhältnisse genauer widerspiegelt.
Der verbesserte digitale Zwilling unterstützt Netzbetreiber dabei:
Das schafft mehr Sicherheit bei der Bewertung von Netzanlagen und Betriebszuständen und verringert die Abhängigkeit von Planungsannahmen, zeitverzögerten Zählerdaten und geschätzten Lastprofilen.
„Digitale Zwillinge sind nur so zuverlässig wie die Daten, auf denen sie basieren", ergänzt Shi. „GIN stützt das Modell auf nahezu in Echtzeit erfasste Messdaten aus dem physischen Netz. So können Netzbetreiber verfügbare Kapazitäten besser einschätzen und mit zunehmender Elektrifizierung fundiertere Entscheidungen treffen."
Mehr Netzintelligenz, ohne das Netz neu aufzubauen
GIN bietet Netzbetreibern eine praktische Möglichkeit, die Transparenz im Niederspannungsnetz über bereits vorhandene Infrastruktur zu erweitern. Für Nachrüstungen konzipiert, kombiniert das Gerät die Funktionen eines Corinex-BPL-Repeaters mit Ethernet-Konnektivität, erweiterter Messtechnik und Ereigniserkennung.
Bestehende Niederspannungsleitungen übertragen sowohl Kommunikations- als auch Messdaten. GridValue™ verwaltet das Corinex-BPL-Netz und die angeschlossenen Geräte. Die Messdaten können zugleich in Corinex Plexigrid Intelligence, ADMS, SCADA und weitere Digital-Grid-Plattformen einfließen. So erhalten Netzbetreiber ein klareres Bild des Netzzustands, ohne eine separate Kommunikationsinfrastruktur aufzubauen oder an jedem Messpunkt geeichte Abrechnungszähler zu installieren.
Das kompakte IP67-Gehäuse ist für anspruchsvolle Netzumgebungen ausgelegt. Split-Core-CT-Sensoren und Rogowski-Spulen unterstützen unterschiedliche Leiterquerschnitte und Schaltschranklayouts. GIN liefert 1-Minuten-Betriebsübersichten und 15-Minuten-Energiesummen und lässt sich über Ethernet, Modbus RTU und Modbus TCP integrieren.
Der Corinex Grid Intelligence Node steht Netzbetreibern für Evaluierungen, Pilotprojekte und kommerzielle Rollouts zur Verfügung.
Über Corinex
Corinex ist ein führender Anbieter von Technologien zur digitalen Ertüchtigung von Nieder- und Mittelspannungsverteilnetzen. Die Corinex-Plattform verbindet moderne Breitband-Powerline-Technologie mit Echtzeit-Erfassung, Netzmodellierung und Steuerung am Netzrand. So können Versorgungsunternehmen Engpässe erkennen, Netzüberlastungen managen und die nutzbare Kapazität der bestehenden Infrastruktur erweitern.
Weitere Informationen unter www.corinex.com.

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Die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland könnte bis 2060 deutlich ansteigen und das Versorgungssystem spürbar unter Druck setzen. Nach neuen Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) dürfte die Zahl der Betroffenen bei weiter steigender Lebenserwartung von derzeit rund 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen zunehmen. Grundlage der Berechnungen ist ein kleinräumiges Prognoseverfahren, das das Institut gemeinsam mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln entwickelt hat.
Die Analyse reicht hinunter bis auf die Ebene von 400 Kreisen und kreisfreien Städten und macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Bereits 2020 lag der Anteil der Demenzkranken zwischen 1,0 Prozent in Tübingen und 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 erwarten die Forscher eine Spanne von 1,7 Prozent Demenzkranken in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Besonders betroffen sind damit vor allem ländliche Regionen im Osten, die überdurchschnittlich altern.
Parallel zur wachsenden Zahl von Demenzfällen schrumpft der Pool potenzieller Pflege- und Betreuungspersonen im Erwerbsalter. Laut Studie kamen im Jahr 2020 rechnerisch noch 38 Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall. Bis 2060 dürfte dieses Verhältnis auf 21 Erwerbspersonen pro Fall sinken. Damit würden deutlich mehr Erkrankte von einer deutlich kleineren Zahl potenziell Erwerbstätiger versorgt werden müssen – mit entsprechenden Konsequenzen für Pflegeinfrastruktur, Kommunen und Sozialversicherungen.
Die Autoren der Studie betonen zugleich, dass der prognostizierte Anstieg nicht zwangsläufig ist. Nach heutigem wissenschaftlichem Stand lassen sich Demenzrisiken durch Prävention spürbar senken. Eine konsequentere Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen oder ein höheres Bildungsniveau könnten dazu beitragen, etwa die Hälfte der Neuerkrankungen zu vermeiden. In einem solchen Szenario würde sich die Zahl der Demenzfälle im Jahr 2060 nicht weiter erhöhen, sondern sich auf einem Niveau zwischen 1,3 und 1,5 Millionen stabilisieren. Die Spannbreite der Projektionen zeigt damit, wie stark der künftige Versorgungsdruck von heute eingeleiteten Präventionsstrategien abhängen dürfte.